1. Männer: Das war die Saison 2018/19

Der Tanz auf der Rasierklinge. Die beiden Vertreter der Region spielten erstmals in einer Staffel. Dabei kam es zu packenden Duellen gegen den Abstieg.

Von Dirk Westphal und Harld Grotzke. Lokalderbys sind im Saisonverlauf immer reizvoll. Und durch den Wechsel der HSG Neudorf/Döbeln II (10./13:27) von der Ost- in die Weststaffel der Verbandsliga, kam es zu zwei packenden Duellen mit dem VfL Waldheim 54 (8./14:26). Diese gewannen jeweils die Muldenstädter, die wie die in der Liga alteingesessenen Männer von der Zschopau lange um den Klassenerhalt zittern mussten. Letztendlich endete dieser Ritt auf der Rasierklinge für beide Mannschaften glücklich. Die gesamte Saison waren beide Lokalrivalen im Abstiegskampf gefangen. Es fehlte die nötige Konstanz und Stabilität, um sich weiter vorn einzureihen. Am Ende spielte die ebenfalls bedrohte Konkurrenz aber mit und sowohl dem VfL, als auch der HSG, gelang der sportliche Klassenerhalt. Dabei musste die HSG aber bis Anfang Juni weiter zittern, denn erst dann stand der Nichtabstieg der Sachsenligamannschaft des Vereins fest, von dem der Verbleib in der Liga abhängig war. Die Duelle der beiden Lokalrivalen gegeneinander entschieden die Neudorf/Döbelner zu ihren Gunsten, die jeweils eine Schippe drauf legen konnten, wenn die Waldheimer auf der Siegerstraße schienen, und so entscheidende Punkte kassierten. Die Waldheimer dagegen überzeugten mehrfach gegen Spitzenmannschaften der Liga, verpassten es dann jedoch, den Sack gegen Teams auf Augenhöhe zuzubinden. An der Tabellenspitze gab es einen sehr überraschenden Ausgang. HSG Rottluff/Lok Chemnitz (1./28:12) und SG Chemnitzer HC (2./28:12) machten den Staffelsieg unter sich aus. Der direkte Vergleich sah dabei die HSG zweimal als Sieger und das entschied den Aufstieg in die Sachsenliga. Vor Saisonbeginn war die deutliche Steigerung beider bisher eher im Mittelfeld angesiedelten Mannschaften nicht zu erwarten. Eher wurde auf den SV Plauen-Oberlosa II (3./27:13) und die HSG Rückmarsdorf (4./26:14) gesetzt. Die Oberlosaer waren nach der Hinrunde noch knapp vor den beiden Chemnitzer Teams auf Platz eins, Rückmarsdorf hatte eine nicht ganz so gute Hinrundenbilanz mit Rang sechs. Dennoch konnten die Randleipziger im zweiten Durchgang mit in den spannenden Vierkampf eingreifen. Für den großen Wurf langte es dann aber weder für Oberlosa noch für Rückmarsdorf. Dabei sind die Punktabstände äußerst knapp. Aufsteiger SG Leipzig IV (5./23:17) hat die erwartet gute Form nachgewiesen und mischte als die positive Überraschung vorn mit, hätte bei eigenem Staffelsieg aber keine Aufstiegschance durch die SG Leipzig III in der Sachsenliga gehabt. Danach gibt es einen großen Punktabstand zur übrigen Konkurrenz. Der HC Glauchau/Meerane II (6./18:22) konnte in der Rückrunde nur noch sechs Punkte einfahren und musste sich unnötig noch nach unten orientieren. So richtig zu erklären ist dieser Leistungsabfall im Gegensatz zur Hinrunde nicht. Ab Platz sieben waren alle Teams über die gesamte Saison in den Abstiegskampf verwickelt. Die geringen Punkteabstände führten immer wieder zu wechselnden Platzierungen zwischen Neudorf/Döbeln und Waldheim sowie SV Lok Leipzig-Mitte (7./16:24), HV Böhlen (9./14:26) und HSG Sachsenring (11./13:27). Die Sachsenring-Männer behielten zum Saisonschluss die Rote Laterne und steigen nach verlorener Relegation gegen den SV Niederau aus der Staffel Ost in die Bezirksliga ab. Aus diesem Grund wechselt aus der Oststaffel die HSG Freiberg II in die Weststaffel. Zudem spielt die SG Leipzig IV künftig als SC DHfK Leipzig II. Aufsteiger in die Verbandsliga Staffel West sind die SG LVB Leipzig II und Rotation Weißenborn. (Quelle: Döbelner Anzeiger vom 05.07.2019) Abschlusstabelle: 01. HSG Rottluff/Lok Chemnitz 20 14 0 06 548:517 28:12 02. SG Chemnitzer HC 20 12 4 04 517:470 28:12 03. SV 04 Plauen-O. II 20 13 1 06 526:477 27:13 04. HSG Rückmarsdorf 20 13 0 07 579:527 26:14 05. SG Leipzig IV 20 11 1 08 512:476 23:17 06. HC Glauchau/Meerane II 20 08 2 10 487:497 18:22 07. SV Lok Leipzig-M. 20 08 0 12 509:514 16:24 08. VfL Waldheim 54 20 07 0 13 556:596 14:26 09. HV Böhlen 20 06 2 12 532:604 14:26 10. HSG Neudorf/Döbeln II 20 06 1 13 511:545 13:27 11. HSG Sachsenring 20 06 1 13 469:523 13:27 Torschützenliste: 01. Kater, Martin (VfL Waldheim 54) 125 (6,25) 02. Elschker, Markus (HC Glauchau/Meerane) 117 (6,88) 03. Hanke, Marvin (Spielgemeinschaft Leipzig) 108 (5,40) 04. Schuster, Franz (HSG Neudorf/Döbeln) 101 (5,32) 05. Ludwig, Hagen (SG Chemnitzer HC) 95 (4,75) 06. Gaus, Artur (HSG Rottluff/Lok Chemnitz) 92 (4,84) 07. Gehring, Felix (HSG Rottluff/Lok Chemnitz) 92 (4,84) 08. Gerschler, Sven (SG Chemnitzer HC) 91 (5,69) 09. Borck, Christian (HSG Sachsenring) 88 (4,63) 10. Böhme, Daniel (HV Böhlen) 88 (4,40) 20. Claassen, Tobias (HSG Neudorf/Döbeln) 75 (5,36) 24. Blech, Sebastian (HSG Neudorf/Döbeln) 70 (4,12) 27. Hauck, Sebastian (VfL Waldheim 54) 69 (4,06) 31. Zschoche, Uwe (VfL Waldheim 54) 63 (3,15) 32. Krasselt, Steve (VfL Waldheim 54) 61 (3,21) 35. Gruner, Christian (VfL Waldheim 54) 59 (3,47) 44. Stelle, Benjamin (VfL Waldheim 54) 52 (2,74) 52. Wagner, Oskar (VfL Waldheim 54) 45 (2,65) 53. Schumann, Marcel (HSG Neudorf/Döbeln) 44 (2,75) 54. Faß, Toni (HSG Neudorf/Döbeln) 43 (3,31) 75. Greim, Lucas (HSG Neudorf/Döbeln 30 (3,75) 77. Meding, Stanley (HSG Neudorf/Döbeln) 30 (1,76) 79. Händler, Thomas (HSG Neudorf/Döbeln) 29 (3,63) 96. Lohse, Frank (VfL Waldheim 54) 20 (1,05)

DA-Interview mit René Busch: „Wir haben es unnötig spannend gemacht“. René Busch trainiert seit 2018 den VfL Waldheim 54. Nach dem Klassenerhalt blickt er nach vorn. René Busch, Sie haben die erste Saison als VfL-Trainer mit dem Klassenerhalt abgeschlossen. Sind Sie mit dem Verlauf der beiden Halbserien zufrieden? Die Hinrunde verlief bis auf die letzten Spiele nicht so berauschend. In der Rückrunde hatten wir dann mit zwei Siegen gut angefangen und zwischenzeitlich bekam man das Gefühl, einen Aufwärtstrend zu erkennen. Ich denke da an die Spiele gegen die vermeintlich großen Gegner. Am Ende haben wir dann die Saison unnötig spannend gemacht. Nachdem wir vier Spieltage vor Schluss schon die Chance hatten, den Klassenerhalt perfekt zu machen, gelang das erst am letzten Spieltag. Warum gab es diesen Einbruch? Eine gute Frage. Von den letzten vier Spielen haben wir drei mit einem Tor verloren. So waren wir am letzten Spieltag auf Schützenhilfe angewiesen. Aber zum Glück haben die Konkurrenten, die mit unten standen, gepatzt. Auf diese Spannung hätten Sie gerne verzichtet? Sehr gerne. Es ging ja darum, die Mannschaft in der Verbandsliga zu halten. Und es wäre nicht schlecht gewesen, wenn das anders gelungen wäre. Da hätte man die Saison auch anders krönen können. Gibt es Spieler, die trotz aller Probleme herausragten? Wir sind als Mannschaft sehr gut aufgetreten. Die Zuschauer haben gesehen, dass wieder ein Team auf dem Feld steht. Torhüter Uwe Kurth hat natürlich eine sensationelle Saison gespielt. Zudem zeichnet Martin Kater aus, dass er mit Mitte 30 Torschützenkönig geworden ist. Ansonsten haben sich viele junge Spieler weiterentwickelt. Vielleicht noch nicht alle, weil sie noch nicht die Einsatzzeiten hatten, die sie wollten. Aber da müssen wir in der nächsten Saison etwas ändern. Stichwort nächste Saison. Am Mittwoch hat die Vorbereitung begonnen. Gibt es Änderungen im Kader? Eigentlich nicht. Erik Bursinski ist in Richtung Halle gewechselt, dafür haben wir Aaron Laub zurückgeholt, der in der Jugend und in der Zweiten bei uns gespielt hat. Der wird eine Bereicherung. Ist zu diesem Zeitpunkt schon klar, mit welchem Ziel die Mannschaft in die neue Saison geht? Rein realistisch ist es das gleiche, wie vergangenes Jahr. Also Klassenerhalt, und den wollen wir eher holen. Es fragte: Dirk Westphal