2. Frauen: Saisonrückblick und Interview mit Ulf Seeger

Zweimal eine Nummer zu groß. Den beiden Aufsteigern HSG Muldental und VfL Waldheim 54 II sind nur die letzten beiden Plätze geblieben.

Von Harald Grotzke und Dirk Westphal. Es hat nicht gereicht für die beiden Neulinge HSG Muldental 03 (11./9:35) und VfL Waldheim 54 II (12./8:36) in der Chemnitzer Staffel der Bezirksliga. Nach ihrem Aufstieg aus der Bezirksklasse Leipzig (Muldental) beziehungsweise Chemnitz (Waldheim) sicher mit der festen Absicht ins Spieljahr gegangen, mindestens den Klassenerhalt zu sichern, blieben den beiden Mannschaften aus dem Altkreis Döbeln nur die letzten beiden Plätze.

Zugetraut wurde ihnen in der Saisonvorschau nach den in den Vorjahren gezeigten sportlichen Leistungen durchaus mehr. Im Verlauf des Spieljahres erwies sich jedoch, dass aus verschiedenen Gründen die spielerischen Mittel nicht ausreichten. Eine dünne Spielerinnendecke und zusätzliche Ausfälle führten unter anderem dazu, dass oft nur mit einer Rumpfmannschaft angetreten werden konnte.

Damit war dann natürlich auch nicht viel zu holen. Bereits nach der Hinrunde waren die beiden Regionalvertreter im Tabellenkeller zu finden und das hat sich in der Rückrunde auch nicht geändert. Folgerichtig sind beide Teams damit postwendend wieder abgestiegen. Während die Muldentalerinnen nun neuen Anlauf in der Chemnitzer Bezirksklasse nehmen, hat sich die zweite VfL-Mannschaft gänzlich vom weiteren Spielbetrieb abgemeldet. Trotz der vielen Probleme kamen Muldental und Waldheim dem HC Annaberg-Buchholz (10./9:35) am Ende noch verdächtig nahe. Der einstige Sachsenligist aus dem Erzgebirge konnte sich aber ganz knapp retten. Alle anderen vor diesen drei platzierten Mannschaften hatten mehr oder weniger frühzeitig nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun.

Mit dem SV Plauen-Oberlosa 04 II (1./42:2) gab es einen souveränen Bezirksmeister. Über den Titelgewinn der Oberlosaerinnen bestand zu keiner Zeit Zweifel. Zu dominant präsentierte sich die Sieben und verwies den SSV Fortschritt Lichtenstein (2./35:9) sowie die HSG Langenhessen/Crimmitschau (3./35:9) auf die folgenden Medaillenränge. Dieses Trio war von der übrigen Konkurrenz nicht zu stoppen und auch der Zwönitzer HSV 1928 (4./30:14) konnte eine recht erfolgreiche Saison verbuchen.

Im Gegensatz zu Muldental und Waldheim kam der dritte Aufsteiger, HC Glauchau/Meerane II (5./22:22), in der höheren Spielklasse recht gut zurecht und belegte mit zwei gleichwertig ordentlichen Durchgängen einen respektablen Mittelfeldplatz. USG Chemnitz (6./21:23) und SV Chemie Zwickau (7./20:24) gehörten auch zu denjenigen Teams, die ihre Möglichkeiten optimal umgesetzt haben und ebenfalls im Mittelfeld der Tabelle angesiedelt waren.

Der HC Fraureuth (8./17:27) konnte durch eine viel bessere Punktausbeute in der Rückrunde seinen zehnten Rang zur Halbzeit noch verbessern, die sehr schwache Hinrunde verhinderte eine vom spielerischen Vermögen durchaus denkbare bessere Platzierung. Enttäuschend verlief das Spieljahr für den Verbandsligaabsteiger BSV Limbach-Oberfrohna (9./16:28). Im Vorfeld mit als Favorit gehandelt konnte der BSV zu keiner Zeit Spitzenniveau nachweisen und musste lange Zeit bangen Blicks nach unten schauen. Eine leichte Steigerung in der Rückrunde bannte dann die Abstiegsgefahr, zufrieden kann der BSV mit dem Erreichten aber nun wirklich nicht sein. (Quelle: Döbelner Anzeiger vom 26.07.2017)

 

Abschlusstabelle

  1. SV Plauen-Oberlosa 04 II 22 21 0 01 625:379 42:02
  2. SSV Fortschritt Lichtenstein 22 17 1 04 533:415 35:09
  3. HSG Langenhessen/Crimmitschau 22 16 3 03 563:460 35:09
  4. Zwönitzer HSV 1928 22 14 2 06 533:446 30:14
  5. HC Glauchau/Meerane II (N) 22 11 0 11 410:438 22:22
  6. USG Chemnitz 22 10 1 11 457:452 21:23
  7. SV Chemie Zwickau 22 09 2 11 473:480 20:24
  8. HC Fraureuth 22 07 3 12 432:492 17:27
  9. BSV Limbach-Oberfrohna (A) 22 07 2 13 476:506 16:28
  10. HC Annaberg-Buchholz 22 04 1 17 366:456 09:35
  11. HSG Muldental 03 22 04 1 17 329:458 09:35
  12. VfL Waldheim 54 II (N) 22 04 0 18 273:488 08:36

Torschützenliste

1. Sarah Bertram (SSV Fortschritt Lichtenstein) 191 Tore/22 Spiele; 2. Nadine Hofmann (SV 04 Plauen-Oberlosa II) 154/20; 3. Ulrike Heinrich (HSG Langenhessen-Cr.) 148/19; 4. Adriana Norr (SV Chemie Zwickau) 122/15; 5. Tanja Suttkus (HC Glauchau-Meerane II) 121/19; 6. Claudia Groth (BSV Limbach-Oberfrohna) 112/18; Helen Hauschild (Zwönitzer HSV 1928) 111/22; 8. Mandy Korb (BSV Limbach-Oberfrohna) 108/18; 9. Anne Walther (HC Fraureuth) 101/18; 10. Fatey-Gal Cocelli (SV 04 Plauen-Oberlosa II) 101/20; 11. Julia Wenske (SV 04 Plauen-Oberlosa II) 100/20; 12. Laura Rose (SV Chemie Zwickau) 92/19; 13. Stephanie Hirsch (Zwönitzer HSV 1928) 89/21; 14. Julia Bößneck (SV Chemie Zwickau) 86/22; 15. Madlene Radau (HC Fraureuth) 85/14; 18. Marlen Kirchhof (HSG Muldental 03) 80/18; 24. Daniela Backofen (HSG Muldental 03) 72/17; 35. Ronja Klose (VfL Waldheim 54 II) 54/14.

 

Mehr Spaß bei neuer Aufgabe. Ulf Seeger trainierte die VfL-Reserve seit mehreren Jahren. Der DA sprach mit ihm.

Ulf Seeger, nach zwei Aufstiegen reichte es nun in der Bezirksliga nicht. Warum?

Es kam hauptsächlich die A-Jugend zum Einsatz. Als dann aber die Erfolge ausblieben, änderte sich leider auch die Einstellung der Jugendlichen. Und plötzlich war die Mannschaft nach der Halbserie nur noch schlecht spielfähig, weil die Leute fehlten. Da konnten wir froh sein, dass die Zusammenarbeit mit der ersten Mannschaft so gut war und diese aushalf.

Der Verein hat die Konsequenzen gezogen, kommende Saison gibt es nur noch eine Mannschaft mit Ihnen als Trainer. Freuen Sie sich auf die neue Aufgabe?

Wir haben ja bereits ab der Halbserie zusammen trainiert. Ich war ja noch dafür, eine Zweite aufzumachen, aber wenn dir die Leute fehlen… Natürlich ist es eine neue Herausforderung. Und wenn man sieht, mit welchem Elan die Mädels bei der Sache sind, da macht es auch mehr Spaß, als Trainer zu arbeiten.

Wie viele Spielerinnen der Bezirksligamannschaft stellen sich der Herausforderung?

Zurzeit sind drei zum Training, wobei man abwarten muss, ob es für die Verbandsliga reicht.

Es fragte: Dirk Westphal (Quelle: Döbelner Anzeiger vom 26.07.2017)