DDR Olympiasieger von 1980: Spielbericht vom 22.05.2004

Über 500 begeisterte Zuschauer erlebten in Waldheimer Stadtsporthalle feinste sportliche Koste

VfL Waldheim 54 1. Männer/Ü30 : DDR-Olympiasieger-Team 1980 27:44 (17:18/10:26)

Waldheim. (Eig.Ber./mtp). Zum sportlichen Höhepunkt des Vereinsjubiläums hatten sich die VfL-Handballer namhafte Gäste in die Stadtsporthalle eingeladen, die so manchen Handballfreund mit der Zunge schnalzen lassen und über 500 Fans nach Waldheim lockten: Die DDR-Olympiasieger von 1980, welche geballte 1419 Länderspieleinsätze auf die Spielfläche brachten und für so manchen handballerischen Leckerbissen sorgten. Sie sind zwar nicht mehr die Schnellsten, aber in Punkto Tricks und Raffinesse sind sie immer noch (fast) unerreichbar. In den ersten 30 Minuten war die Verbandsligamannschaft des VfL den Altinternationalen ein ebenbürtiger Rivale und Siggi Voigt im Tor musste öfters hinter sich greifen, um ärgeres zu verhindern. Das VfL-Team mit den Neulingen Eric Voß und Frank Drechsler spielte gut mit und markierte unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer durch den schnellen Drechsler und Blech schöne Tore. Wenn die Doering, Mühlner, Dreibrodt und der nicht zu stellende Wiegert aber ihre „Kabinettstückchen“ vorführten, waren die Zuschauer begeistert und Zaubertore angesagt. Über die Stationen 8:6, 9:7 und 10:8 lag der Gastgeber in Front. Danach machten die Schützlinge von Trainer Paul Tiedemann ernst und gingen mit einem knappen 17:18 in die Pause. In dieser stellte sich Wieland Schmidt für wurfgewaltige Nichtaktive und Aktive vom Siebenmeterpunkt ins Gehäuse. Dazu erfolgte passend die Live-Reportage der letzten, packenden fünf Minuten vom Moskauer Olympiaendspiel, welches die DDR nach Verlängerung mit 23:22 gegen die UdSSR gewann. Beifall brandete zu diesem Einspiel auf. In den zweiten 30 Minuten war die ältere VfL-Generation gegen die Olympiasieger am Ball. Die Gegenwehr gestaltete sich entsprechend etwas bescheidener. „Schließlich darf man doch Götter nicht schlagen“ kommentierte VfL-Vize Matthias Poch nach der Partie die Vorstellung der Waldheimer Oldies im zweiten Durchgang mit einem schmunzeln. Die Gäste waren durch „Abstauber“ Wiegert immer wieder erfolgreich, der gar nicht mehr zurücklief und gleich am gegnerischen Kreis auf das entscheitende Anspiel wartete. Beide VfL-Torleute, Heinze und Kuhn, verhinderten dann aber doch einen höheren Einbruch und nahmen Dreibrodt, Hauck und Mühlner einige Möglichkeiten weg. Die VfL-Akteure Zenker, Poch, Fichte und Seeger ließen gute Chancen aus, blieben an „Fels“ Gunnar Schimrock hängen, der wie ein Fels in der Brandung zum Teil lässig am Torpfosten lehnte und dann doch immer wieder mit minimalen Bewegungen die Wurfbahn des Balles verstellte. Unglaublich. Torwartlegende Wieland Schmidt, nun im Feld aufgeboten, setzte vier Treffer ins Netz. Die Waldheimer Trainer Heinz Köhler und Jochen Mäckel mussten nun mit ansehen, wie ihre Sieben dem Gegner das Feld überließ. Doch die Fans gaben ihr Bestes und spendeten Szenenapplaus für beide Mannschaften. Nach dem Schlusspfiff der beiden Waldheimer Unparteiischen, kamen nach einer La Ola-Welle dann auch die Autogrammjäger auf ihre Kosten, gab es nach dem Spiel Olympiasieger zum Anfassen. Und so mancher hatte noch ein altes DDR-Olympiabuch rausgekramt und ließ dies entsprechend signieren.

 

VfL Waldheim 54 1. Männer: Nabor, Th. Ax , Kater (3), F. Lohse, R. Lohse (1), Dörner (1), L.Süße, H. Stolzenberg, Blech (4), Karbe, Voß (1), M. Süße (2/1), Drechsler (5)

VfL Waldheim 54 Ü30-Männer: Kuhn, Heinze, Ilbig (1), Buchwald (1), Zenker (2), M. Poch, Napiralla, Szczesny (1), Kästner (3), Fichte (2), Seeger, H.-P. Melzer

DD-Olympiasiegerteam 1980: Wieland Schmidt (6/2) (276 Länderspiele, 2 Tore), Siegfried Voigt (177/2), Gunnar Schimrock (55), Rainer Höft (3) (96/169), Lothar Doering (5/1) (78, 181), Ingolf Wiegert (13/1) (225/796), Günter Dreibrodt (4) (186(691), Frank Mühlner (7) (39, 46), Stephan Hauck (4) (240,86), Matthias Alonge (2)(47)

 

Schiedsrichter: M. Gückel / F. Sondermann (beide VfL Waldheim 54)

Zuschauer: 550

 

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