Frauen: Das war die Saison 2018/19

Das Glück der Tüchtigen. Der VfL Waldheim 54 hat die Saison trotz riesiger personeller Sorgen durchgehalten. Das ist am Ende belohnt worden.

Von Dirk Westphal und Harald Grotzke. Ein äußerst schweres Jahr liegt hinter den Frauen des VfL Waldheim 54. Nur selten spielten sie auf Verbandsliganiveau und hatten am Ende das Glück, die Liga nicht verlassen zu müssen. Doch Bange machen gilt nicht. In der kommenden Saison startet der ehemalige Oberligist einen neuen Anlauf und hofft auf weniger Probleme, als die Verbandsliga Staffel West in der Saison 2018/19 für die Zschopaustädterinnen bereit hielt. Der VfL Waldheim 54 (11./8:36) hatte vor allem permanent große Probleme, eine mit genügend einsatzfähigen Spielerinnen ausgestattete Mannschaft auf das Spielfeld zu bringen. Rote Laterne leuchtet in Waldheim Das führte zwangsläufig dazu, dass nach der Hinrunde sogar die Rote Laterne an der Zschopau leuchtete und es auch in der Rückrunde nicht viel besser wurde. Der Mannschaft ist dafür aber kein Vorwurf zu machen, die mehr als bescheidene Personaldecke gab einfach nicht mehr her. Immerhin konnte der letzte Rang verlassen und damit auch noch die Klasse gehalten werden. Günstige Tabellenkonstellation Neben einer günstigen Abschlusstabelle aus sächsischer Sicht in der Oberliga, hat auch der freiwillige Rückzug vom SV Plauen-Oberlosa und der Wegfall der Relegationsspiele dazu beigetragen, dass der Waldheimer Frauenhandball weiter auf Landesebene präsent ist. Der Oberligaabsteiger HC Glauchau/Meerane (1./38:6) wurde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht und verwies den HSV Mölkau (2./37:7) ganz knapp auf den Vizerang. Beide Mannschaften haben mit konstant sehr guten Leistungen die Staffel klar dominiert. Der HC verzichtet auf den Wiederaufstieg und hat damit den Mölkauerinnen den Sprung in die Sachsenliga ermöglicht. Der Leipziger SV Südwest (3./32:12) hat mit einem großen Leistungssprung mehr als angenehm überrascht und sich verdient den Bronzerang gesichert. Dem Spitzenduo konnte der LSV zwar nicht die Plätze streitig machen, die übrigen Kontrahentinnen aber mehr oder weniger deutlich hinter sich lassen. HV Chemnitz III (4./29:15), TuS Leipzig-Mockau (5./25:19) und Aufsteiger HSG Riesa/Oschatz II (6./24:20) zeigten konstant solide Spiele und konnten damit recht entspannt das Spieljahr absolvieren. Ambitionen nach oben gab es keine und mit dem Abstiegskampf hatten diese Mannschaften nichts zu tun. Letzteres trifft, trotz recht unterschiedlicher Leistungen in Hin- und Rückrunde, auch auf SV Turbine Leipzig (7./21:23), HSV 1956 Marienberg II (8./16:28), SV 04 Plauen-Oberlosa II (9./14:30) und den zweiten Aufsteiger, Zwönitzer HSV 1928 (10./13:21), zu. Turbine legte in der Rückrunde eine deutliche Steigerung hin und erreichte sogar das HVS-Pokalfinale. Keine Steigerung im Tabellenkeller Marienberg schwächelte dagegen ungewohnt, kam aber mit genügend Vorsprung aus der Hinrunde. Oberlosa und Zwönitz konnten in der Rückrunde punkte- und leistungsmäßig nicht wirklich zulegen, aber die Waldheimerinnen und die TSG Schkeuditz (12./7:37) immer auf genügend Abstand halten. Am Saisonende standen so der überaus glückliche Ausgang für den VfL und der Abstieg für die TSG zu Buche. (Quelle: Döbelner Anzeiger vom 09.07.2019) Abschlusstabelle: 01. HC Glauchau/Meerane 22 19 0 03 566:437 38:06 02. HSV Mölkau – Die Haie 22 18 1 03 688:545 37:07 03. Leipziger SV Südwest 22 15 2 05 585:503 32:12 04. HV Chemnitz III 22 14 1 07 601:563 29:15 05. TuS Leipzig-Mockau 22 12 1 09 595:534 25:19 06. HSG Riesa/Oschatz II 22 12 0 10 544:518 24:20 07. Turbine Leipzig 22 10 1 11 557:577 21:23 08. HSV Marienberg II 22 07 2 13 562:625 16:28 09. SV 04 Plauen-O. II 22 07 0 15 460:531 14:30 10. Zwönitzer HSV 22 06 1 15 545:584 13:31 11. VfL Waldheim 54 22 03 2 17 391:559 08:36 12. TSG Schkeuditz 22 03 1 18 453:571 07:37  Torschützinnenliste: 01. Einenkel, Claudia (HC Glauchau/Meerane) 188 (8,55) 02. Riedel, Juliane (TuS Leipzig-Mockau) 153 (7,29) 03. Gaffrontke, Nina (TSG Schkeuditz) 147 (6,68) 04. Hodler, Linda (HSV Mölkau Die Haie) 141 (7,05) 05. Siegert, Kathleen (HV Chemnitz) 134 (6,09) 06. Schröder, Sandra (HSV Mölkau Die Haie) 130 (6,19) 07. Unger, Sandra (Turbine Leipzig) 124 (5,64) 08. Weissenberg, Sophie (HSV Mölkau Die Haie) 122 (5,55) 09. Strauß, Josephine (Turbine Leipzig) 114 (5,43) 10. Saupe, Anne (Leipziger SV Südwest) 112 (5,60) 16. Zaspel, Maria (VfL Waldheim 54) 93 (4,43) 35. Geißler, Claudia (VfL Waldheim 54) 62 (3,10) 64. Fahnert, Yvonne (VfL Waldheim 54) 37 (2,06) 80. Voss, Janett (VfL Waldheim 54) 30 (3,00) 87. Kater, Kati (VfL Waldheim 54) 26 (5,20) 88. Wadewitz, Anja (VfL Waldheim 54) 26 (2,36) 90. Schüler, Laura Jane (VfL Waldheim 54) 26 (1,37) 91. Schuricht, Cindy (VfL Waldheim 54) 26 (1,30) 92. Rühle, Franziska (VfL Waldheim 54) 26 (1,24)

DA-Interview mit Ulf Seeger. „Breitere Aufstellung ist wichtig“. Nach einem kompletten Jahr im Abstiegskampf: Handballtrainer blickt dennoch nach vorn. Nicht nur die Waldheimer Frauenhandballmannschaft, auch Trainer Ulf Seeger hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Denn letztendlich lag es in seiner Verantwortung, das Team spielfähig zu halten. Der Döbelner Anzeiger sprach mit dem VfL-Coach. Ulf Seeger, wie froh waren Sie, als die Saison vorbei war? Sehr froh. Damit die verletzten und angeschlagenen Spielerinnen Zeit bekommen, sich auszukurieren. Es haben ja einige Mädels trotz Blessuren weitergespielt. Und als der Klassenerhalt feststand? Da war das Gefühl zwiespältig, weil noch niemand wusste, wie es mit der Mannschaft überhaupt weitergeht. Wie geht es denn weiter? Wir spielen kommende Saison Verbandsliga. Dazu gekommen ist Lars Friedrich, der neben mich gleichberechtigt auf die Trainerbank rückt. Denn er hat ebenfalls Erfahrungen als Trainer im Frauenbereich, die er mit einbringen wird. Inwieweit macht das die Situation für Sie einfacher? Er hat eine andere Sicht auf die Dinge. Da kann man sich austauschen, um die Mädels sportlich weiterzubringen. Wodurch ist der VfL Waldheim 54 überhaupt so in Schlagseite geraten? Es ging mit mehreren Verletzungen los und das zog sich durch die gesamte Saison. Dadurch hat das Training gelitten und das Spiel natürlich auch. Zudem der Kader ohnehin dünn besetzt war. Das ändert sich in der kommenden Saison ebenfalls? Wir haben zusammengesessen und es sieht so aus, als ob die eine oder andere Spielerin dazukommen sollte. Das wäre natürlich auch im Kampf gegen den Abstieg sehr wichtig, künftig etwas breiter aufgestellt zu sein. Gespräch: Dirk Westphal