Interview mit Peter Rost: Erschienen im Döbelner Anzeiger

Olympiasieger Peter Rost freut sich auf Waldheim und die VfL-FansPeter Rost und seine „alte Haudegen“ wollen in Waldheim alte Klasse aufblitzen lassen

 

Peter Rost, sie haben 1984 ihre aktive Karriere beendet. 20 Jahre später laufen Sie aber immer noch auf. Kein bisschen müde?

 

Solange sich die Anzahl der Spiele in Grenzen hält, ist die Sache in Ordnung. Wir sind mit der Olympiasiegermannschaft ab und zu unterwegs, auch von meinem alten Verein, dem SC Leipzig, gibt es hin und wieder Anfragen. Aber öfter als sechs bis acht Mal im Jahr finden diese Spiele nicht statt und das schaffe ich gerade noch.

 

Sie waren nach ihrer Laufbahn als Spieler auch als Manager und Trainer tätig. Was machen Sie im Moment?

 

Bis Ende Juni stehe ich beim ThSV Eisenach noch unter Vertrag. Ob ich danach noch einmal als Trainer arbeite, ist ungewiß. Mein Sohn Frank, der bei Schalke 04 im Tor steht, organisiert gegenwärtig in Leipzig ein großes Fußballturnier zur Einweihung des neuen Zentralstadions. Da werde ich sicherlich mithelfen.Was waren Ihre schönsten sportlichen Erlebnisse? Natürlich der Olympiasieg in Moskau, aber auch die Saison 1983/84 als ich zum Handballer des Jahres gewählt wurde. Schade, dass wir in Los Angeles wegen des Boykotts nicht teilnehmen durften, unsere Mannschaft damals war wohl noch stärker als das Team 1980. Natürlich erinnere ich mich gerne an die vielen erfolgreichen Stunden mit der Auswahl und dem Verein. Und zu den schönen Stunden zählen auch die Erfolge als Trainer beim SC Magdeburg mit dem Gewinn des IHF-Cups und der Klassenerhalt mit Eisenach.

 

Sie hatten schon von Ihrem Sohn Frank berichtet, wieso ist der eigentlich nicht Handballer geworden?

 

Meine Frau Christina und ich haben ja jahrelang international gespielt, aber Frank musste seinen Weg alleine gehen. Wir wollten ihn da auf keinen Fall beeinflussen. Er hat sich für Fußball entschieden und ist damit gut gefahren. Wir sind stolz auf ihn.

 

Am Samstag laufen Sie mit den Olympiasiegern in Waldheim auf? Ein Spiel wie jedes andere?

 

Natürlich nicht! In der Region anzutreten, in der man früher aktiv war, ist immer eine besondere Herausforderung, weil einen einfach noch mehr Leute persönlich kennen, als anderswo. Aber natürlich nehmen wir das Ergebnis nicht mehr so ernst, wollen schönen Handball zeigen. Deshalb freue ich mich auf Waldheim und darauf, die alten Strategen von einst wieder zu treffen.

 

Es fragte: Dirk Westphal (Döbelner Anzeiger)