Saisonrückblick der 1. Männermannschaft des VfL Waldheim 54

Zittern bis zum letzten Spieltag

Eine nervenaufreibende Saison liegt hinter dem VfL

Fleißig startete man mit dem neuen Trainergespann Busch/Kirpal in die Vorbereitung. Damit trat der Verein erstmals seit 10Jahren wieder im Westen des Freistaates an. Bis auf die Spielzeit 2009/2010 die man nach dem 40:0 verlustpunktfreiem Durchmarsch in der Vorsaison in der Oberliga/ Sachsenliga verbrachte, war man neun Jahre Dauergast in der Oststaffel. In Frühjahr 2008 erreichte man damals den Klassenarhalt mit 31:13 Punkten. Spieler wie Karel Stuj und Frank Drechsler trugen damals noch das VfL-Trikot und verzückten die Fans viele Jahre mit Traumtoren. Damals spielte man noch gegen Teams wie den VfB Flöha oder den BSV Limbach-Oberfrohna, doch beide sind längst auf Landesebene verschwunden. Platzierungen ganz oben in den Verbandsligen war damals an der Tagesordnung und sind längst vorbei. Die Trainerbank damals Hoheitsgebiet von Gerd Teichert. Inzwischen bäckt man an der Zschopau kleinere Brötchen, durch den Staffelwechsel wusste man nicht so genau wie stark die andere Staffel ist. Dadurch, dass es aus der Sachsenliga keinen Absteiger gab und aus der Leipziger Bezirksliga niemand aufsteigen wollte, bestand die Liga nur aus 11 Mannschaften. Dieser Umstand wurde mit Blick auf das Saisonziel wohlwollend aufgenommen. Ziel konnte es eigentlich nur eins geben und das war der Klassenerhalt. Nachdem Erik Riedel die Mannschaft in Richtung HSG Neudorf/Döbeln verlassen hatte, fehlte wahrlich ein entscheidender Mann, besonders im Rückraum. Doch die Jungs waren sich der Aufgabe bewusst und nahmen die Herausforderung an. Zum Auftakt gab es eine bittere 31:32 Niederlande gegen die zweite Vertretung der HSG Glauchau/Meerane. Es folgten weitere Niederlagen (30:37 Lok Chemnitz/Rottluff, 32:34 HV Böhlen, 20:36 Plauen-Oberlosa). Man stand mit dem Rücken zur Wand und musste gegen den unmittelbaren Kontrahenten Sachsenring gewinnen. Und tatsächlich gab es den langersehnten Sieg (32:26). In zwei aufeinander folgenden Auswärtsspielen gegen die SG Leipzig und die HSG Rückmarsdorf hatte man nicht wirklich eine Chance und verlor jeweils mit 35:26. Nun war der Tabellenzweite zu Gast in der Zschopaustadt. Auch hier rechnete man sich nicht wirklich etwas aus. Doch es kam anders als gedacht. Überraschender 27:23 Sieg. Die Hoffnung vor dem Derby gegen Döbeln war wieder da. Hier hagelte es allerdings eine derbe 35:28 Klatsche obwohl man 50 Minuten auf Augenhöhe mit dem Gegner war. Als Tabellenschlusslicht empfing man nun den Tabellenvorletzten Lok Mitte Leipzig zum letzten Hinrundenspieltag. Die ersten Minuten wurden total verschlafen und die Gäste kontrollierten das Spiel (1:9). Nach einer Auszeit und der nötigen Umstellung kämpfte man sich vor der Halbzeit zurück. In der zweiten Halbzeit bestimmte man das Spiel komplett bis Martin Kater die Rote Karte erhielt. Etwas geschockt, aber nicht völlig von der Rolle zeigte man den unbedingten Siegeswillen. Am Ende war man glücklich über einen 24:21 Sieg. Zum Ende der Hinrunde bzw. zum Weihnachtsfest lag man mit 6:14 Punkten auf dem 9. Rang punktgleich mit den beiden dahinter platzierten Teams. Es herrschte also höchste Abstiegsgefahr. Im ersten Rückrundenspiel war der VfL zu Gast in Glauchau. Hier gab es einen ungefährdeten 33:24 Auswärtssieg. Gegen Chemnitz/Rottluff gab es leider eine Niederlage (27:33). Nun kam es in Böhlen zum absoluten Kracher der Abstiegskandidaten. Der VfL zeigte hier wohl sein bestes Spiel und konnte mit 36:30 gewinnen. Alles war vorbereitet für ein tolles Handballfest gegen den Tabellenführer Plauen-Oberlosa. Und tatsächlich gab es an der Zschopau die große Sensation (29:28 Sieg). Das Spiel gegen den Tabellennachbarn hätte eine Vorentscheidung bringen können. Doch am Ende musste man sich auch im direkten Vergleich mit 28:22 geschlagen geben. Gegen DHfK Leipzig (SG Leipzig) stand der VfL gewaltig unter Druck. Doch auch hier könnte man dem Druck stand halt und siegte mit 27:24. Es ging in die entscheidende Phase der Saison. Mit einem Sieg gegen Rückmarsdorf, die zu diesem Zeitpunkt hätten noch Meister werden können, hätte der VfL den vorzeitigen Klassenerhalt geschafft. In einem starken Spiel netzten die Gäste mit der Schlusssekunde zum 33:32 Sieg ein. Die Enttäuschung war groß. Auch beim Chemnitz HC war man nicht chancenlos. Leider war der Gastgeber in Halbzeit zwei besser (26:20). Vorletzter Spieltag in heimischer Halle vor zahlreichen Zuschauern dann das Derby gegen Döbeln. Ein Punkt reichte den Zschopaustädtern zum Klassenerhalt. Zwei völlig verschiedene Halbzeiten sorgten für Abwechslung. Ähnlich wie gegen Rückmarsdorf gab es in den letzten Sekunden den Treffer zum 30:29 für Döbeln. Am Boden zerstört und im Hinblick auf den letzten Spieltag rappelte man sich wieder auf. Sage und schreibe 5 Teams konnten am letzten Spieltag noch absteigen. In Leipzig gegen Lok Mitte musste nun mindestens ein Unentschieden her oder die Konkurrenz müsste patzen. Ein starkes Spiel beider Mannschaften hatte eigentlich keinen Sieger verdient. Ein regulärer Treffer wurde dem VfL in der Schlusssekunde verweigert. Somit verlor man wieder mit einem Tor (26:25). Auch wenn die letzten Spiele für den Kopf natürlich nicht besonders gut waren, war diese Niederlage wohl die schönste in dieser Saison. Alle Konkurrenten konnten ihre Spiele nicht gewinnen und somit feierte der VfL gemeinsam mit Lok Mitte den Klassenerhalt. Aufgrund einer etwas besseren Punkteausbeute im Frühjahr dieses Jahres mit 8:12 Punkten konnte die Truppe eine Steigerung nachweisen und verbesserte sich aufgrund des direkten Vergleiches mit dem HV Böhlen um einen Rang in der Tabelle. Allerdings muss man auch ganz klar sagen, dass der 8.Platz am Ende an einem äußerst seidenen Faden hing. Nur ein Punkt weniger und die Truppe hätte als Tabellenelfter möglicherweise in die Relegation gegen den SV Niederau gemusst. Aber, hätte, hätte . . . Alles in allem konnte sich die Mannschaft mit starken Spielen nicht immer belohnen. Dennoch setzte man ein Ausrufezeichen, sodass auch viele Fans den Weg wieder in die Halle finden. Trotzdem ist die Spielzeit als Erfolg zu werten und die Truppe genießt aktuell die wohlverdiente Sommerpause. Doch ein Ruhekissen darf diese Platzierung nicht sein. In der neuen Saison 2019/20 werden wieder 12 Vereine um den Aufstieg und den Klassenerhalt in der 6. Liga kämpfen. Für das VfL- Lager gilt es also wieder gemeinsam alles für den Klassenerhalt zu geben. Mit Blick auf das hohe Durchschnittsalter des Kaders gilt es ebenso von Verletzungen verschont zu bleiben, genauso wie die 2/3 ehemaligen A- Jugendspieler weiter verstärkt ins Spielgeschehen und die Verantwortung einzubeziehen. Externe Verstärkungen von jungen Spielern die schon über Erfahrungen im Erwachsenenbereich verfügen, wären ebenfalls Gold wert. Ende August empfangen die Busch/ Kirpal- Schützlinge der Reserve der HSG Freiberg in der ersten Runde des Landespokales. Anfang September startet man dann gegen Glauchau/ Meerane II in die Punktspielsaison. Am 14.9. steht dann der 1. Heimspieltag auf dem Spielplan, dort empfängt man wieder die HSG Freiberg II und kämpft diesmal um zwei Pluspunkte. (© RB/HM)