Saisonrückblick Verbandsliga Frauen

Keine leichte Saison. Die Frauen des VfL Waldheim 54 hatten mit personellen Sorgen zu kämpfen. So blieb ihnen am Ende nur der neunte Platz.

Von Dirk Westphal und Harald Grotzke. Keine leichte Saison hat der Waldheimer Handball hinter sich. Auch nicht der im Frauenbereich. Entsprechend gestaltete sich die Spielserie der Schützlinge von Ulf Seeger insgesamt doch durchwachsen.

Nach der Hinrunde stand der VfL Waldheim 54 (9./18:26) als Vierter noch im erwarteten Tabellenteil. Danach ging es allerdings aus unterschiedlichen Gründen stetig bergab. Nur noch fünf Pluspunkte kamen im Frühjahr auf das Habenkonto. Aber auch schon m ersten Durchgang der Saison gab es personelle Probleme bei den Zschopaustädterinnen. In der Rückrunde konnten diese dann aber nicht mehr so wie vorher kompensiert werden.

Die spielerische Leistung litt folgerichtig immer mehr und das führte zu vielen Punktverlusten. So ging der Blick immer mehr in die Abstiegszone, die aber zum Glück gerade noch so vermieden wurde. Für die neue Saison in der Verbandsliga Staffel West, in die die Waldheimerinnen wechseln, ist dem VfL zu wünschen, dass es gelingt, die genannten Probleme abzustellen und wieder in Tabellenregionen anzuklopfen, wo ein solch etablierter Verein hingehört.

Auf dem Spitzenrang der Verbandsliga Staffel Ost kam der SV Rotation Weißenborn (1./38:8) ein. Nach zwei Vizemeistertiteln in den Vorjahren gelang dieses Mal der Aufstieg in die Sachsenliga. Die Rotation-Frauen gaben in der Rückrunde nur drei Punkte ab und sicherten so den verdienten Staffelsieg. Sie mussten dabei aber immer auf das Überraschungsteam SG Klotzsche (2./34:10) achten. Die Dresdenerinnen haben in der Rückrunde die gleiche Punktebilanz wie der Meister erreicht und blieben diesem damit – wie schon zur Saisonhalbzeit – immer dicht auf den Fersen.

Vor der Rückrunde war auch noch der HC Elbflorenz 2010 (3./28:16) dicht am Spitzenplatz dran, konnte aber durch nur noch elf Zähler den Anschluss nicht mehr halten. Der Aufsteiger Sportfreunde 01 Dresden (4./25:19) war zur Halbzeit noch Achter, steigerte sich im zweiten Durchgang nochmals und sprang somit auf den vierten Platz. Weitere 15 Pluspunkte machten das möglich. Weißenborn und Klotzsche, aber auch Elbflorenz und der famose Neuling waren die dominierenden Mannschaften.

Der HSV Weinböhla (5./23:21) war nach dem Seuchenjahr der Vorsaison stark verbessert und stets im Mittelfeld präsent. Der SV Koweg Görlitz II (6./21:23) brachte zwei konstant solide Durchgänge auf das Spielfeld und auch der zweite Aufsteiger, TBSV Neugersdorf (7./21:23), kann mit seiner Listung mehr als zufrieden sein. Der VfL Meißen (8./20:24) war in der Rückrunde etwas schwächer und musste damit auch einen Absturz von drei Plätzen hinnehmen, ohne allerdings in Gefahr zu geraten.

HC Rödertal III (10./15:29), Burgstädter HC (11./15:29) und USV TU Dresden II (12./8:36) bewegten sich die gesamte Saison in der Abstiegszone. Rödertal konnte sich retten, Burgstädt und der USV TU II müssen in die Bezirksliga absteigen. Die Leistungen der beiden Absteiger langten im Gegensatz zu den besseren Platzierungen im Vorjahr nicht zum Klassenerhalt.

Mit Bischofswerda, Neustadt/Sebnitz und Heidenau kommen gleich drei Sachsenligaabsteiger in diese Staffel. Aus der Bezirksliga steigt der SSV Stahl Rietschen auf.

Das tangiert die Zschopaustädterinnen allerdings nicht mehr, denn diese werden sich nach ihrem Wechsel in die Staffel West fast ausnahmslos mit neuen, unbekannten Gegnern auseinanderzusetzen haben. (Quelle: Döbelner Anzeiger vom 04.07.2018)

„Es wird nicht einfacher“. Ulf Seeger betreut das Team der VfL-Frauen seit einem Jahr. Trotz aller Probleme hat er am Ende den Abstieg vermieden.

Ulf Seeger, nachdem Sie die zweite Frauenmannschaft des Vereins trainierten, haben Sie nach der vergangenen Saison das Verbandsligateam übernommen. Keine leichte Aufgabe, oder?

Eine leichte Aufgabe nicht, aber man stellt sich seinen Herausforderungen. So lange es noch keine Ausfälle von verletzten oder schwangeren Spielerinnen gab, hatten wir uns in der ersten Halbserie auf Platz vier ganz gut eingefunden. Dann kamen Verletzungen von Anja Wadewitz, Franziska Rühle, Yvonne Fahnert und die Schwangerschaft von Franzi Kirchner. Und da waren gleich mal vier Stammkräfte, die fester Bestandteil der Mannschaft sind, weg.

Der Plan war, aus zwei Mannschaften eine zu formen, warum ist dieser nicht aufgegangen?

Eigentlich sollten die jungen Spielerinnen der zweiten Mannschaft ins Team eingebaut werden. Aber die haben sich am Ende nicht durchgebissen oder teilweise auch durchbeißen wollen. Und so standen wir letztendlich mit dem Kader der ersten Mannschaft da, der am Ende zu klein war.

Inwieweit hat das Motivation gekostet, teilweise mit nur sieben Spielerinnen durch Sachsen reisen zu müssen?

Nicole Natzschka, kam dann wieder, Spielerinnen aus den Rippen konnten wir uns auch nicht schneiden. Der Rest hat versucht, das Beste draus zu machen und das ist mit viel Kampfkraft auch gelungen. Aber es ist natürlich schwer, Leute zu ersetzen, die zum Stamm gehören.

Ziel war ein Platz im vorderen Mittelfeld, am Ende stand Platz neun zu Buche. Wie zufrieden waren Sie damit unter den gegebenen Umständen?

Wenn man die Saison mit dem Verletzungspech und den langen Trainingsausfällen wegen der in den Ferien stets geschlossenen Halle sieht, bin ich eigentlich unter dem Strich komplett zufrieden. In manchen Spielen gesellte sich das Pech hinzu. Wir hätten mit diesen Punkten noch ein, zwei Plätze nach oben rutschen können. Letztendlich musste man natürlich zufrieden sein, wie es gelaufen ist und dass wir am Ende den Abstieg noch erfolgreich umschifft haben.

Eigentlich hatte die Mannschaft den Klassenerhalt vier Spieltage vor Saisonende sicher, doch dann standen Strukturreformen im Raum?

Es wäre wohl auch ein bisschen viel des Guten, wenn wir innerhalb von zwei Jahren zweimal hätten zwangsabsteigen müssen. Es wird aber weiter zwei Verbandsligen geben und so stand der Klassenerhalt für uns dann doch nicht zur Disposition.

Ihre Mannschaft wird von der Ost- in die Weststaffel wechseln. Was erwarten Sie davon?

Es ist ein ganz neues Gebiet für uns. Wie es mal hieß, dass die Weststaffel schwerer als die Oststaffel zu bespielen sei, das ist wohl auch nicht mehr der Fall. Das haben wir auch durch Trainingsspiele gemerkt. Ich glaube, dass sich beide Staffeln nichts mehr nehmen.

Was wird die Zielstellung sein?

Es hat ein paar Abgänge gegeben und entsprechend müssen wir sehen, was herauskommt. Wenn aber jeder an seine Leistungsträger geht, dann hat man immer eine Chance. Da noch ein paar Leistungsträgerinnen aufhören, muss sich jede Spielerin fragen, was sie will.

Welche Spielerinnen hören auf?

Jule Nahler ist nach Döbeln gegangen, außerdem hören Kati Kater, Gina Gottwald und Cindy Hochmuth auf.

Gibt es Verstärkungen?

Lisa Stöcklein aus Hof, Lisa Tix von Muldental, Elisabeth Schmale nach Babypause und auch Cindy Schuricht beginnt wieder. Wir müssen aus der Situation das Beste machen, wobei der Klassenerhalt ganz klar im Vordergrund steht. Es wird nicht einfacher. Es fragte: Dirk Westphal (Quelle: Döbelner Anzeiger vom 04.07.2018)

Abschlusstabelle:

  1. SV Rotation Weißenborn 22 17 2 03 643:469 36:08
  2. SG Klotzsche 22 15 4 03 565:469 34:10
  3. HC Elbflorenz 2006 22 13 2 07 598:501 28:16
  4. SF 01 Dresden N 22 11 3 08 554:557 25:19
  5. HSV Weinböhla 22 11 1 10 545:555 23:21
  6. SV Koweg Görlitz II 22 10 1 11 542:522 21:23
  7. TBSV Neugersdorf N 22 10 1 11 483:541 21:23
  8. VfL Meißen 22 10 0 12 546:570 20:24
  9. VfL Waldheim 54 22 08 2 12 516:534 18:26
  10. HC Rödertal III 22 07 1 14 579:612 15:29
  11. Burgstädter HC 22 07 1 14 520:590 15:29
  12. USV TU Dresden II 22 04 0 18 520:691 08:36

Torschützinnenliste:

  1. Zeller, Sophie(SV Rotation Weißenborn) 205
  2. Würdig, Juliane (VfL Meißen) 198
  3. Kalinauskaite, Egle (HC Rödertal III) 195
  4. Kater, Kati (VfL Waldheim 54) 177
  5. Pfeffer, Nadine (Burgstädter HC) 147
  6. Vujica, Ivana (SG Klotzsche) 127
  7. Borkenhagen, Jenny (Burgstädter HC) 122
  8. Eckert, Sandra (HC Elbflorenz 2006) 114
  9. Wolf, Lisa (HC Elbflorenz 2006) 113
  10. Pollack, Kathrin (HC Rödertal III) 112
  11. Rothenburger, Katharina (TBSV Neugersdorf) 109
  12. Backofen, Vivien (HC Elbflorenz 2006) 105
  13. Kuilies, Julia (SV Rotation Weißenborn) 99
  14. Leidl, Sabine (TBSV Neugersdorf) 98
  15. Hommel, Pia (HSV Weinböhla) 96

Fairplaywertung:

  1. SG Klotzsche 116
  2. SV Rotation Weißenborn 127
  3. HSV Weinböhla 133
  4. TBSV Neugersdorf 145
  5. Sportfreunde 01 Dresden 152
  6. VfL Meißen 158
  7. HC Elbflorenz 2006 160
  8. HC Rödertal III 167
  9. USV TU Dresden II 169
  10. VfL Waldheim 54 213
  11. Burgstädter HC 215
  12. SV Koweg Görlitz II 222