Saisonrückblick Verbandsliga Männer

Dunkelblaues Auge für den VfL Waldheim 54. Der etablierte Verein kam nur auf dem vorletzten Platz ein. Letztendlich reichte das diesmal, um die Klasse zu halten.

Von Dirk Westphal und Harald Grotzke. Es ist gerade noch einmal gut gegangen. So kurz und knapp ist die Saison des VfL Waldheim 54 (11./12:32) in der Verbandsliga der Männer Staffel Ost zu charakterisieren. Denn auch im Verlauf der Rückrunde konnte sich die eigentlich in der Liga etablierte Truppe nicht von den schon in der ersten Halbserie unübersehbaren großen Problemen befreien. Da hatte der Trainerwechsel – Michael Henoch übernahm für Mario Piasecki – nur bedingt Effekte.

Immerhin gelang es den Zschopaustädtern aber noch, die Rote Laterne an den Aufsteiger Sportfreunde 01 Dresden (12./8:36) abzugeben und damit letztlich doch noch die Klasse zu halten. Denn durch die Aufstockung der Sachsenliga auf zwölf Mannschaften gab es in der Verbandsliga Ost nur einen Absteiger. Insgesamt ein enormer Einbruch nach dem fünften Rang in der Vorsaison, der sicher intensiv im Verein ausgewertet wird. Nur mit einer deutlichen Stabilisierung und damit einhergehender Leistungsverbesserung wird die kommende Spielzeit einen entspannteren Verlauf nehmen. Der Wechsel in die Staffel West ist dabei eine weitere Herausforderung für die Zschopaustädter und deren neuen Trainer René Busch.

Der Staffelfavorit HSV Dresden (1./39:5) legte eine verlustpunktfreie Rückrunde hin und war in allen elf Spielen von der Konkurrenz nicht zu stoppen. Diese famose Leistung führte folgerichtig zum Titel und Aufstieg in die Sachsenliga. Dagegen war der Herbstmeister Radeberger SV (2./32:12) im zweiten Durchgang nicht mehr so konstant und ließ zu viele Punkte liegen. Der zweite Rang ist aber dennoch ein großer Erfolg für die Bierstädter. Der HSV Weinböhla (3./30:14) überzeugte ebenfalls, konnte die Dominanz des Staffelmeisters aber auch nicht gefährden. Das schmälert das positive Saisonfazit der Elbländer keinesfalls.

ESV Dresden (4./24:20) und SG Zabeltitz/Großenhain (5./24:20) marschierten einträchtig nebeneinander und punktgleich durch die Saison, bereits nach der Hinrunde war das so. Beide Teams gehören mit zu den spielerisch guten Mannschaften und können mit dem Verlauf des Spieljahres sehr zufrieden sein. Der zweite Aufsteiger, SSV Stahl Rietschen (6./21:23), und der Radebeuler HV (7./21:13) haben eine recht solide Saison gespielt und waren dadurch immer weit von der gefährdeten Zone entfernt. HSG Freiberg II (8./19:25) und TBSV Neugersdorf (9./17:27) ließen nach ordentlicher Hinrunde später nach und kamen unerwartet noch in die Abstiegszone. Der SV Niederau 1891 (10./17:27) konnte sich dagegen in der Rückrunde steigern und mit zwölf Punkten den nötigen Abstand zu den Plätzen elf und zwölf herstellen. Die Sportfreunde 01 Dresden erspielten sich in der Rückrunde nur noch zwei Zähler, und das war für einen gesichteten Tabellenplatz nun wirklich viel zu wenig.

Aus der Sachsenliga kommt nächste Saison die SG Kurort Hartha als Absteiger zurück. Die Aufsteiger aus der Bezirksliga sind der HC Elbflorenz Dresden 2010 III sowie der KJS-Club Dresden. (Quelle: Döbelner Anzeiger vom 11.07.2018)

 

„Der Abstieg wäre mehr als ärgerlich gewesen“.  Michael Henoch sprang bei den VfL-Männern als Coach ein. Der DA sprach mit dem Trainerfuchs.

Michael Henoch, eigentlich abgestiegen und doch die Klasse gehalten. Wie froh sind Sie darüber?

Klar müssen wir froh sein, denn es wäre ja schlimm, wenn wir eine Klasse tiefer hätten neu beginnen müssen und die zweite Mannschaft mit heruntergerissen hätten. Das wäre mehr als ärgerlich gewesen. Am Ende hatten wir eben das Glück, das die Frauen vor zwei Jahren nicht hatten. Wir haben in der Rückrunde ja keine Klatsche mehr bekommen. Und wenn man von den Zuschauern nach einer Niederlage gegen den Tabellenführer stehende Ovationen bekommt, dann hat man definitiv etwas bewegt.

Als Sie die Mannschaft übernahmen, lag da das Kind schon im Brunnen?

Das würde ich nicht ganz so sagen, denn Niederau und Freiberg II waren noch in Schlagdistanz. Der Anschluss riss dann etwas ab, weil die Gegner plötzlich Siege eingefahren haben.

Warum ist das den Waldheimern in dieser Phase nicht gelungen?

Schwer zu sagen. Vielleicht war dem einen oder anderen Spieler noch gar nicht bewusst, um was es geht. Da nehme ich auch die Jugend- und Stammspieler nicht aus, wo ich bei dem einen oder anderen auch konsequent durchgegriffen habe. Die Trainingsbeteiligung war manchmal durchwachsen, aber man kann nicht sagen, dass die Truppe nicht gewollt hat.

Eigentlich hatten Sie Ihre Trainerlaufbahn für beendet erklärt?

Man lässt den Verein aber nicht im Stich, man hilft. Sehr gut geklappt hat dabei die Zusammenarbeit mit Uwe Zschoche. Ich muss aber nicht mehr unbedingt auf der Bank sitzen, wobei ich jetzt erst mal das Training der Frauen durchführe, wenn Ulf Seeger im Urlaub ist. Ich bleibe dem Handball und dem Verein treu.

Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger?

Den Klassenerhalt und vielleicht sogar ein bisschen mehr. Aber das wünsche ich allen Mannschaften im Verein. Es fragte: Dirk Westphal (Quelle: Döbelner Anzeiger vom 11.07.2018)

 

Abschlusstabelle

  1. HSV Dresden 22 19 1 02 660:511 39:05
  2. Radeberger Sportverein 22 15 2 05 690:602 32:12
  3. HSV Weinböhla 22 13 4 05 607:550 30:14
  4. ESV Dresden 22 11 2 09 618:579 24:20
  5. SG Zabeltitz/Großenhain 22 09 6 07 660:643 24:20
  6. SSV Stahl Rietschen N 22 08 5 09 569:558 21:23
  7. Radebeuler HV 22 10 1 11 580:612 21:23
  8. HSG Freiberg II 22 8 03 11 622:657 19:25
  9. TBSV Neugersdorf 22 08 1 13 584:633 17:27
  10. SV Niederau 1891 22 07 3 12 553:608 17:27
  11. VfL Waldheim 54 22 04 4 14 622:710 12:32
  12. Sportfreunde 01 Dresden N 22 04 0 18 560:662 08:36

Fairplaywertung

  1. HSV Dresden 150; 2. ESV Dresden 171; 3. HSG Freiberg II 193; 4. VfL Waldheim 54 196; 5. SF 01 Dresden 228; 6. TBSV Neugersdorf (231); 7. Radeberger SV 232; 8. HSV Weinböhla 237; 9. Radebeuler HV 240; 10. SSV Stahl Rietschen 288; 11. SG Zabeltitz/Großenhain 300; 12. SV Niederau 1891 355.

Torschützenliste

  1. Fric, Michal (HSV Weinböhla) 186
  2. Dreßler, Alexander (HSV Dresden) 150
  3. Kirste, Michael (SV Niederau) 145
  4. Ströbel, Timon (HSV Dresden) 140
  5. Kater, Martin (VfL Waldheim 54) 133
  6. Krizikalla, Julian (SG Zabeltitz/Großenhain) 121
  7. Kreutzmann, Tobias (SG Zabeltitz/Großenhain) 116
  8. Schulz; Jan (Radeberger SV) 114
  9. Wolowski, Richard(HSG FreIberg II) 113
  10. Weig, Marcel (Radebeuler HV) 111