Saisonvorschau: Beim VfL geht es vor allem um den Klassenerhalt

Verbandsliga Männer Weststaffel. Es gibt wieder ein Lokalderby zwischen der HSG Neudorf/Döbeln II und dem VfL Waldheim 54. Der Staffelwechsel der Waldheimer von Ost nach West macht das möglich. Die Fans können sich damit schon vorab auf zwei sicher wieder mit viel Brisanz aufwartende Spiele freuen Die Ausgangslage ist für die HSG und den VfL nahezu identisch. Nach der letzten durch permanenten Abstiegskampf geprägten Saison kann das Ziel dieses Mal nur Abstand zur gefährdeten Tabellenregion und das möglichst von Beginn an sein. Das ist ein durchaus realistisches Herangehen. Sportlich sind beide dazu sicher in der Lage, es muss aber gelingen, die permanenten Personalprobleme der letzten Saison zu vermeiden und ausreichend einsatzfähige Spieler aufzubieten. Wenn das gelingt, dann sollte ein Mittelfeldplatz drin sein. Die Waldheimer müssen sich dazu noch auf bisher völlig unbekannte Gegner einstellen. Da die Staffel nur mit elf Mannschaften besetzt ist, kann es bei günstigen Umständen allerdings wie schon im Vorjahr gar keinen Absteiger geben. Verlassen darf man sich darauf aber nicht.  Als Staffelfavoriten sind die HSG Rückmarsdorf und der SV Plauen-Oberlosa 04 II zu nennen. Es wäre keine Überraschung, wenn sich diese beiden um den Spitzenrang streiten. Der einzige Aufsteiger SG Leipzig IV könnte sich auf Grund der recht guten sportlichen Voraussetzungen als die positive Überraschung präsentieren und auch von mitspielen. SG Chemnitzer HC, SV Lok Leipzig-Mitte, HC Glauchau/Meerane II und HSG Rottluff/Lok Chemnitz sind spielerisch auf ziemlich gleichem Niveau und sie werden sich spannende Positionskämpfe im Tabellenmittelfeld liefern. Für ganz oben dürfte es noch nicht reichen, aber für den Abstieg sind sie einfach zu gut. Bei optimaler Saison können auch die Neudorf/Döbelner und Waldheimer in dieser Region mitmischen. HSG Sachsenring und HV Böhlen gelten bei allem Respekt diesen Mannschaften gegenüber wohl als erste Anwärter für die Abstiegsränge. Schon im Vorjahr dort angesiedelt ist nicht damit zu rechnen, dass die nötige Steigerung gelingt, um sorglos durchzukommen.

Verbandsliga Frauen Weststaffel. Der Staffelwechsel bringt für den VfL Waldheim 54 eine zusätzliche neue Herausforderung. Die Kontrahentinnen sind unbekannt und damit auch deren spielerisches Vermögen. Für den VfL gilt zuallererst, eine mit genügend einsatzfähigen Spielerinnen ausgestattete Mannschaft auf das Spielfeld zu bringen. Daran haperte es in der letzten Rückrunde in der Ost-Staffel und das ergab dann die sehr bescheidene Punktausbeute. Das gilt es zu vermeiden, denn nur so können die Waldheimerinnen in der neuen Umgebung bestehen. Sportlich ist die Ausgangslage recht ordentlich, es kommt darauf an, dass auch in den Spielen gut umzusetzen. Dann sollte es kein Problem sein, die Klasse zu halten und einen guten Tabellenrang jenseits der Abstiegszone zu erreichen. Der Oberligaabsteiger HC Glauchau/Meerane ist als aussichtsreichster Kandidat für den Spitzenrang anzusehen. Die Erfahrungen aus der höheren Spielklasse sind ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Ein Selbstläufer wird das aber nicht, denn TuS Leipzig-Mockau, HSV Mölkau, HV Chemnitz III und SV Plauen-Oberlosa 04 II sind sportlich sicher in der Lage, dem Favoriten energisch Paroli zu bieten. Es wäre nicht überraschend, wenn einem Team aus diesem Kreis der große Wurf gelingt. HSV 1956 Marienberg II, Leipziger SV Südwest und TSG Schkeuditz könnten wie schon in der Vorsaison wieder ohne Ambitionen nach oben, aber auch ohne große Abstiegssorgen das Spieljahr meistern. Für den unmittelbaren Abstiegskampf sind SV Turbine Leipzig und die beiden Aufsteiger HSG Riesa-Oschatz II sowie Zwönitzer HSV 1928 am ehesten prädestiniert. Das heißt aber nicht, dass sie am Saisonende auch auf den letzten drei Rängen einkommen. Ihr großer Ehrgeiz wird sein, sich sicher Wähnende hinter sich zu lassen.

Bezirksliga Männer Leipzig. Der VfL Waldheim 54 II wird die richtigen Schlussfolgerungen aus der sehr unbefriedigenden letzten Saison gezogen haben und mit dem festen Willen eines wesentlich besseren Abschneidens neu durchstarten wollen. Vom handballerischen Können gehören die VfL-Männer auf jeden Fall in die obere Tabellenhälfte. Dazu ist es allerdings nötig, dies auch mit einer personell ordentlich besetzten Mannschaft zu zeigen. Die vielen Ausfälle waren das große Problem in der Vorsaison und es muss gelingen, dieses Manko gar nicht wieder aufkommen zu lassen. Dann wird es auch wieder eine recht gute Saison geben. An der Tabellenspitze sollte der amtierende Bezirksmeister SV Lok Leipzig-Mitte II erneut mit zu erwarten sein. Im Vorjahr zu dominant und der Konkurrenz meilenweit voraus ist im neuen Spieljahr nicht damit zu rechnen, dass es beim Meister einen sportlichen Abbruch gibt. Allerdings ist der Aufsteiger NHV Concordia Delitzsch 2010 II ähnlich gut mit erfahrenen und schon in viel höheren Spielklassen aktiven Spielern besetzt. Die Delitzscher könnten damit den Lok-Männern durchaus gefährlich werden. Mit dieser spielerischen Klasse kann das restliche Teilnehmerfeld nicht aufwarten. Der HV Glesien 1929 war die letzten Jahre stets als Spitzenmannschaft dabei und es ist dem HVG zuzutrauen, dass er das auch im neuen Spieljahr wieder beweisen kann. Mit der SG Leipzig IV, dahinter verbirgt sich größtenteils die bisherige Mannschaft vom SC DHfK II, und der SG Motor Gohlis Nord Leipzig haben die Glesiener allerdings starke Konkurrenz. HSV Mölkau, HSG Riesa/Oschatz II und Leipziger SV Südwest sind wieder im Tabellenmittelfeld zu erwarten. Der zweite Aufsteiger SG Leipzig V, bisher als SG LVB IV spielend, sollte über genügend Klasse verfügen, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Eher ist ein Vordringen in die oberen Regionen möglich. BSC Victoria Naunhof und der dritte Aufsteiger Bornaer HV 09 gelten als erste Anwärter für einen Abstiegsplatz. Das ist aber nur eine Vorhersage, die sich in der Praxis nicht bewahrheiten muss. Beide werden alles daransetzen, diese Prognose ad absurdem zu führen und mindestens zwei andere Mannschaften hinter sich zu lassen.

Kreisliga Männer Mittelsachsen. Mit neun Mannschaften geht die mittelsächsische Kreisliga in die neue Saison. Dabei hat sie eine wesentlich andere Zusammensetzung als im vergangenen Spieljahr mit acht Teams. Mit dem TSV Fortschritt Mittweida II, VfL Waldheim 54 III, SV Leisnig 90 II und TSV Penig sind nur noch vier Teams im Vergleich zum Vorjahr am Ball. Durch den erneuten Aufstiegsverzicht des Meisters aus Mittweida hat Vize HSG Rochlitz/Geringswalde die Chance ergriffen, sich in der 2.Bezirksklasse zu beweisen, HSG Muldental 03, die Spielgemeinschaft wurde aufgelöst, VfB Blau-Gelb 21 Flöha und SV Grün-Weiß Niederwiesa II haben sich vom Spielbetrieb dieser Staffel abgemeldet. Mit HC Annaberg-Buchholz II, TSV 1896 Burkhardtsdorf, Zwönitzer HSV 1928 II, SV Beierfeld und HSG Neudorf/Döbeln III gibt es fünf Neulinge. Von den Vertretern aus der Döbelner Region hat der VfL Waldheim 54 III in den letzten beiden Spieljahren den spielerisch besten und stabilsten Eindruck hinterlassen und das mit den Plätzen zwei (2016/17) und drei (2017/18) eindrucksvoll nachgewiesen. Mit den Waldheimern sollte auch dieses Mal wieder gerechnet werden, vorausgesetzt, es kommen keine unvorhersehbaren Widrigkeiten dazwischen. Interessant wird das Auftreten der neuformierten Mannschaft der HSG Neudorf/Döbeln III sein. Das Ziel, talentierte Nachwuchsspieler unter Führung gestandener Akteure unter Wettkampfbedingungen auf die höheren Anforderungen im Männerbereich heranzuführen und sie damit auf Einsätze in der Verbands- und Sachsenligamannschaft des Vereins gezielt vorzubereiten verspricht eine recht gute Rolle in der Kreisliga. Der SV Leisnig 90 II wird sicher mit dem Ehrgeiz antreten, besser als im Vorjahr abzuschneiden, wo es nur zum vorletzten Platz reichte. Ob das gelingt, hängt auch von der Spielstärke der übrigen vier Neulinge ab. Es ist durchaus möglich, dass sich diese mit ansprechenden spielerischen Niveau präsentieren können und damit die alteingesessene Konkurrenz überraschen. Der Serienmeister der vergangenen Jahre aus Mittweida wird sich das Ziel stellen, erneut die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Das dürfte aber bei allem Bemühen nicht einfach werden. Auszuschließen ist das allerdings auch nicht. Der zuletzt im Mittelfeld eingekommene TSV Penig hat schließlich spielerisch auch die Fähigkeiten, weiter oben ernsthaft mitzureden. Letztlich können alle unbelastet bemüht sein, ordentlichen Handballsport abzuliefern, denn den Abstiegsdruck gibt es in dieser Liga nicht. Unter diesem Blickwinkel ist eine spannende und vielleicht auch überraschungsreiche Kreisligasaison zu erwarten.  (gro)