Werner Melzer – Waldheimer Handball-Legende

Wenn man einen historischen Überblick über die Entwicklung des Handballs in Waldheim geben will, begleitet einen der Name Werner Melzer fast 70 Jahre lang.

Am 5. November 1922 erblickte Klein-Werner in Borna bei Leipzig das Licht der Welt. 1932, damals gerade 16 Jahre alt, hielt Melzer nach dem Umzug von Borna nach Waldheim erstmals einen Handball in der Hand und wurde „unheilbar infiziert“. Der Beitritt in den Turnverein Waldheim war nur noch Formsache. Bereits mit 17 Jahren lief er bei den Männer auf. Damals wurde hinter der Grundschule auf einem Großfeldplatz, da wo heute die Stadtsporthalle steht, gespielt.

Nach der Lehre als Kaufmann musste er in den Krieg ziehen und kehre erst 1949 aus der Kriegsgefangenschaft in Sibirien zurück.

 

Da sein ganzes Herz und Leben am Handballsport hing begann er sofort, also noch 1949, mit dessen Aufbau in der Zschopaustadt. Generationen von Jungen durchliefen seine Handballschule, wurden durch Ihn zu Aktiven, Trainern und Schiedsrichtern. Er leitete die Geschicke von Lok/VfL über viele Jahre erfolgreich.

 

Bis  1991 besaß Melzer sogar einen noch gültigen Spielerpass und zog bei Altherrenturnieren, wenn Not am Mann war, ab und an selbst noch ein Trikot an.

 

Bis zum Schluss war er als Übungsleiter im Verein aktiv und vermittelt sein Wissen vor allem an Nachwuchstrainer. Sehr viel hat er in DDR-Zeiten und darüber hinaus im Nachwuchsbereich getan. Seine Kinder- und Jugendmannschaften scheffelten nur so Kreis- und Bezirksmeistertitel, waren bei Spartakiaden und Pokalrunden erfolgreich. Durch seine jährlichen Schulmeisterschaften sorgte er für engen Kontakt zu den Schulen, was ein Garant dafür war und ist, dass Waldheim stets auf Nachwuchsspieler bauen konnte und kann. Ohne Werner Melzer wäre es mit den Waldheimer Handball sicherlich öfters sehr eng geworden.

 

Und im Mai 2000 erfüllte sich dann sogar noch Werner Melzers Lebenstraum, für den er unermüdlich gekämpft hatte: eine wettkampftaugliche Sporthalle in seiner Heimatstadt Waldheim. Übrigens, seine Goldene Hochzeit mit Frau Elisabeth wurde ebenfalls 2000 begangen.

 

Besonders stolz war Werner Melzer auf Sohn Hans-Peter, der von Waldheim den Weg über die DHfK nahm und es bis in die DDR-Junioren-Auswahl schaffte. Auch ein Großteil der ehemaligen Harthaer DDR-Liga-Sieben erlernten bei ihm das Handball-ABC. Sein Sohn spielte dann ein paar Jahre in der DDR-Oberliga für Dynamo Berlin und wechselte später nach Cottbus, wo er einige Jahre in der 2. Bundesliga spielte und anschließend Trainerjobs in Cottbus, Berlin und Potsdam übernahm. Enkel Lars schaffte ebenfalls den Sprung in die deutsche Jugendauswahl und spielte für Delitzsch (1. BL) sowie in Cottbus, Schwerin und derzeit in Potsdam in der 2. Bundesliga. Auch Enkelin Dana kam mit Handball in Berührung und spielte in der Jugend u.a. beim HC Leipzig.

 

Und auch an seinem 85. Geburtstag dreht sich bei Werner Melzer alles um den Sport. „Ihr müsst vormittags kommen. Am Nachmittag bin ich zum Training“, hatte er seinen Gästen im Vorfeld gesagt. An diesem Ehrentag erhielt „Melli“ mit der Ehrenplakette die höchste Auszeichnung des Landessportbundes Sachsen. Im Jahr 2009 wurde mit 46,7% Melzer zum „Trainer des Jahres“ bei der Döbelner-Anzeiger-Sportlerwahl ausgezeichnet, was ebenso als Ehrung für sein Lebenswerk galt.

Im Alter von 87 Jahren verstarb Werner Melzer am 30. August 2010.